Home » Aktuelles » Kindergarten Froschham


Kindergarten Froschham -
Altlastenfund im Zuge der Aushubarbeiten

 

Im Zuge der Vorbereitung der anstehenden Aushubarbeiten zur Realisierung des Kindergartens Froschham wurden auf dem Baugrundstück an der Salzburger Straße in Bad Reichenhall Altlasten im Boden gefunden. Dabei handelt es ich vorwiegend um Metallschrott aus der Nachkriegszeit und mit Benzo(a)pyren belastete Verfüllungen. Benzo(a)pyren als Vertreter der polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) ist in höheren Konzentrationen als krebserregend einzustufen. Im Speziellen handelt es sich vermutlich um mit Teer behandelte Stoffe, die als Füllmaterial verwendet wurden. Sämtliche belasteten Bereiche des Areals werden daher mit Begleitung eines befugten Sachverständigen fachgerecht sondiert und fachgerecht entsorgt. Ferner wird eine Altlastensanierung des Grundstücks nach heutigem Stand der Technik und Verfüllung mit unbelastetem Material durchgeführt, damit die Nutzung als Kindergarten und Kinderkrippe bedenkenlos sichergestellt werden kann.

 

Die in der Projektierungsphase durchgeführte Baugrunduntersuchung bezog sich insbesondere auf den Bereich des neu zu errichtenden Gebäudes sowie auf die Grundrisse des bis ins Jahr 2001 bestehenden Gebäudes Salzburger Straße 38, das zuletzt als Molkerei und seit dem Erwerb des Grundstücks im Jahr 1988 durch die Stadt Bad Reichenhall als Lagergebäude genutzt wurde. Dabei wurden in den entnommenen Bodenproben keine Schadstoffbelastungen festgestellt.

 

Im Rahmen der anstehenden Aushubarbeiten erfolgte nun eine Kampfmitteluntersuchung auf dem gesamten Areal und damit auch auf den bislang als eher unverdächtig eingestuften Flächen im östlichen Teil des Grundstücks. Diese Kampfmitteluntersuchung, ein aufgrund der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg übliches Vorgehen, deutete auf anthropogene Verfüllungen unterhalb der Oberfläche hin. Im Zuge der durchgeführten Laboranalysen der entnommenen Proben musste eine erhöhte Konzentration von PAK oberhalb der zulässigen Grenzwerte festgestellt werden.

 

Um eine fachgerechte Entsorgung gewährleisten zu können, ist der Aushub in nachvollziehbar getrennten Abschnitten und eine differenzierte Beprobung der Chargen erforderlich. Die separierten Aushubteile werden dann entsprechenden Deponieklassen zugeordnet. Dazu muss je nach Umfang der zu entsorgenden Massen der öffentliche Parkplatz am Friedhof St. Zeno abgedichtet und zur baustellennahen Zwischenlagerung nach Entnahme und vor Vorliegen der Laborergebnisse voraussichtlich großflächig gesperrt werden. Sobald die jeweiligen Ergebnisse vorliegen, werden die Aushubchargen fachgerecht auf geeigneten Deponien sukzessive entsorgt.

 

Der Altlastenfund führt voraussichtlich zu einer Bauverzögerung und zu Mehrkosten beim Neubau des Kindergartens Froschham, die derzeit allerdings aufgrund der noch nicht bekannten Masse der Altlasten noch nicht beziffert werden können. Ursprünglich war die Eröffnung des auf 3,9 Mio. Euro geschätzten Kindergartenneubaus für Mitte 2019 geplant. Nach der fachgerechten Altlastensanierung des Grundstücks und Verfüllung mit unbelastetem Material kann die geplante Nutzung als Kindergarten und Kinderkrippe ohne Bedenken erfolgen.

Der Übergangskindergarten Eva-Maria an der Zenostraße wird von den für den Kindergarten Froschham vorgesehenen Gruppen entsprechend weiter genutzt.

 

Die Bevölkerung und insbesondere die Besucher des Friedhofs St. Zeno werden um Verständnis hinsichtlich der in den nächsten Wochen zu erwartenden Einschränkungen der Benutzung des Friedhofparkplatzes gebeten.